Am 27. Oktober 2016 fand in Berlin der erste »Round Table« der neu gegründeten Deutschsprachigen Internationalen Gesellschaft für Extrakorporale Magnetotransduktions-Therapie (DIGEMTT) statt. Gesellschaftspräsident Prof. Dr. Ludger Gerdesmeyer (Mare Klinikum, Kiel, Deutschland) und Generalsekretär Dr. med. Martin Ringeisen (Augsburg, Deutschland) präsentierten aktuelle Ergebnisse laufender EMTT®-Studien, welche 2016 und 2017 publiziert werden. Darüber hinaus berichteten Dr. med. Ulrich Piontkowski (Bietigheim-Bissingen, Deutschland) und Dr. med. Dirk Lackner (Berlin, Deutschland) über den Einsatz der neuen Therapiemethode in der Praxis.

Indikationsmöglichkeiten und Therapieerfolge
In seinem Eröffnungsvortrag stellte Dr. Ringeisen die Daten von insgesamt 178 Patienten vor, die seit Ende 2015 in seiner Praxis mit der EMTT® behandelt wurden. Die behandelten Pathologien umfassten knöcherne Pathologien (Stressfrakturen, Knochenmarködeme), chondrale Pathologien (Arthrosen grosser und kleiner Gelenke), myofasziale Schmerzzustände, Neuritiden/degenerative Prozesse an allen Wirbelsäulenabschnitten sowie Tendinopathien/Insertionstendinosen. Die mitunter beeindruckenden Therapieerfolge der EMTT® verdeutlichte Ringeisen an mehreren Fallbeispielen. Als eine der „tollsten Indikationen“ für die EMTT® nannte er die Behandlung knöcherner Pathologien: Bei den 17 behandelten Patienten reduzierte sich der VAS-Score auf der Schmerzskala von durchschnittlich 6,3 (SD±1,600) vor der Behandlung auf 1,5 (SD±1,242) nach der Behandlung.

Prof. Gerdesmeyer präsentierte sowohl allgemeine Daten zum Forschungsstand und zur Wirkweise der EMTT® als auch aktuelle Daten einer EMTT®-Studie mit 168 Patienten. Die Studienergebnisse zeigen, dass bei der Behandlung verschiedener Indikationen äusserst vielversprechende Behandlungserfolge erzielt werden konnten. Weiterhin stellte Prof. Gerdesmeyer die Daten einer prospektiven, verblindeten, randomisierten Studie vor. Diese untersuchte, wie sich die EMTT® in Kombination mit der extrakorporalen Stosswellentherapie (ESWT) auswirkt. Ergebnis: Bei bestimmten Indikationen war die Kombinationstherapie einer alleinigen Stosswellentherapie überlegen. Weitere Studien, darunter auch placebokontrollierte, werden derzeit durchgeführt.

Dr. Piontkowski und Dr. Lackner präsentierten eine aktuelle Zwischenbilanz über ihre Erfahrungen mit der EMTT®. Seit März 2016 wurden in der Praxis von Dr. Piontkowski 209 Patienten behandelt, darunter zahlreiche Sportler. Was die Therapieerfolge betrifft, ist für ihn bisher die Schulter „die absolute Star-Indikation“. Dr. Lackner berichtete von bisher 13 ausgewerteten Patientenbehandlungen. Bei 10 dieser Patienten waren die Behandlungsergebnisse „gut“ oder „sehr gut“. Die vollständig ausgewerteten Daten werden die beiden Ärzte 2017 bei einem der nächsten Treffen der DIGEMTT vorstellen.

Die EMTT® in der täglichen Praxis
Ebenfalls diskutiert wurden die praktischen Vorteile der EMTT®. Die Therapie erfordert wenig Aufwand, ist nicht invasiv und praktisch nebenwirkungsfrei. Für Patienten ist die Behandlung komfortabel und unkompliziert. Eine Sitzung dauert durchschnittlich 15-20 Minuten, je nach Indikation sind 6-8 Sitzungen erforderlich. Nach der ersten Behandlung durch den Arzt können die weiteren Behandlungen vom Fachpersonal durchgeführt werden.

Fazit
Abschliessend sagte Dr. Ringeisen, dass die EMTT® „für die meisten muskuloskelettalen Pathologien einsetzbar“ ist und „eindeutig das Behandlungsportfolio der orthopädischen Praxis ergänzt.“ Um gute Therapieerfolge der EMTT® in der Praxis zu gewährleisten, forderten die Teilnehmer des »Round Table« für die Zukunft eine weitere Präzisierung der Indikationsmöglichkeiten. Außerdem sollen Parameter für die Therapiemethode bzw. Technologie festgelegt werden, um diese klar von anderen Therapieansätzen abzugrenzen.